Montessori-Entwicklungsmaterial

Das von Maria Montessori entwickelte Material schafft es in einmaliger Weise, Lerninhalte und innere Strukturen von Lernprozessen darzustellen und baut dabei systematisch aufeinander auf. Der Reiz des Materials liegt in seiner klaren, sachlichen Veranschaulichung der zu meisternden Schwierigkeit.

Ohne dieses spezielle Montessori-Material ist eine Montessori-Einrichtung nicht denkbar. Es versetzt das Kind erst in die Lage, seinem individuellen Entwicklungsstand entsprechend selbstständig und weitestgehend ohne Hilfe Erwachsener den Lernstoff zu erfassen und zu festigen.

Um als Montessori-Material zu gelten, muss ein Lernmaterial verschiedene Kriterien erfüllen:

Es soll

  • durch seine Ästhetik (angenehme Materialien, harmonische Farbgebung, Haltbarkeit....) das Kind unmittelbar ansprechen und dadurch zum Handeln und Erkunden auffordern; 
  • Aktivität ermöglichen und fördern, da das handelnde Lernen die dem Kind angemessenste Lernform ist und dadurch dem kindlichen Bewegungsbedürfnis entsprochen werden kann;
  • möglichst viele Sinne ansprechen, um ein ganzheitliches (und dadurch kindgemäßes) Lernerlebnis zu ermöglichen und die Sinne zu schulen;
  • eine Selbstkontrolle ermöglichen, wodurch das Kind unabhängiger von der ständigen Kontrolle und Rückversicherung  durch die LernbegleiterIn wird. Die Selbstkontrolle erlaubt eine unmittelbare Verbesserung des Fehlers und dadurch einen besseren größeren Lernerfolg als bei einer zeitlich verzögerten Nachkontrolle. Außerdem leistet die Selbstkontrolle einen wesentlichen Beitrag in der Erziehung zu Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Genauigkeit;
  • aus der Komplexität der Welt eine Schwierigkeit isolieren und sinnlich erfahrbar machen (z.B. das Dezimalsystem, das Zergliedern von Sätzen in Satzglieder, den Aufbau des Jahres...), damit diese dann gezielt geübt werden können.

 

Das Material unterstützt alle Phasen des Lernprozesses, vom handelnden, „ausprobierenden“ Umgang mit den Lerninhalten, zum Beispiel durch das Abzählen von Perlen, über eine bildliche Darstellung (Kreis - Halbkreis - Viertelkreis etc.) bis zur Abstraktion, zum Beispiel der schriftlichen Addition. 

Die Stufe des Handelns nimmt während der Grundschulzeit einen sehr großen Raum ein, da das Kind in diesem Alter für seinen Denkprozess konkrete Handlungen braucht, um ein inneres Bild der jeweiligen Operation aufzubauen. Ist dies ausreichend geschehen, löst das Kind sich immer mehr vom Material und beginnt, Aufgaben zunehmend auf abstrakterem Niveau zu bearbeiten.